Jagdregeln
Unerlässliche Regeln für die Jagd in Rot!
Regeln für die Reiter und Zuschauer
I. Vor der Jagd
- Die Jagd ist ein Fest der Hunde, der Pferde und der Reiter. Deshalb bitten wir um angemessene Kleidung. Mit einer hellen Hose und einem Reitjacket oder Jagdrock sind Sie immer richtig gekleidet. Schutzwesten und splittersichere Helme mit einer Dreipunktbefestigug gelten nicht als verpöhnt sondern sollten i m m e r getragen werden.
- Die Reiter werden gebeten, am Stelldichein unaufgefordert das Jagdgeld zu entrichten und sich das Jagdbuch einzutragen.
- Nach dem Aufsitzen und der Begrüßung durch den Jagdherrn - wahre Herren ziehen dabei die Kappe - reiht man sich in die Felder ein. Beim Bilden der Felder begrüßt man den jeweiligen Feldführer - aus Sicherheitsgründen jedoch ohne diesem die Hand zu geben.
- Beim Stelldichein reitet ein guter Jagdreiter im Schritt. Galopp und Trab sind ausschließlich der Equipage vorbehalten.
II. Jagdeinteilung
Die Jagdeinteilung erfolgt gemäß der Jagdordnung 1971, Artikel 7. Es werden drei Felder gebildet:
- Die Reiter im ersten Feld springen jedes Hindernis. In dieses Feld sollten sich nur solche Reiter einordnen, deren Pferde im Sinne der jagdlichen Anforderungen zuverlässig sind. Es gilt hierbei die alte Regel: Je zuverlässiger das Pferd, desto weiter vorne wird im Feld geritten! Schlagende und beißende Pferde sollten jedem Jagdfeld ferngehalten werden. Jedenfalls aber sind solche Pferde mit einer roten Schleife im Schweif zu kennzeichnen. Deren Reiter reihen sich bitte an das Ende des Jagdfeldes ein.
- Das zweite Feld besteht aus langsameren und weniger geübten Pferden, die aber auch den vollen Cours gehen. Einzelne schwere Sprünge können umritten werden. Dieses ist aber nur den am Ende des zweiten Feldes befindlichen Reitern nach Absprache mit den übrigen Reitern und dem Feldführer gestattet.
- Das dritte Feld ist für jüngere Pferde und berittene Zuschauer gedacht. Hier wird nicht geprungen!
III. Während der Jagd!
- Vor dem Anlegen darf die Meute nicht gestört werden. Nach dem Ertönen der "Fährtenfanfare [471 KB] " durch die Bläser herrscht Ruhe im Feld! Angeritten wird erst, nachdem die Hunde sicher auf der Fährte liegen und der Master "Gute Jagd" wünscht. Häufig wird beim Abreiten die Fanfare "le lancer [506 KB] " geblasen, die verkündet, dass die Hunde die Fährte sicher aufgenommen haben.
- Jedes Kreuzen im Feld ist gefährlich und strengstens zu verurteilen. Überholen vor den Hindernissen ist außerordentlich gefährlich und deshalb streng verboten. Jeder Jagdteilnehmer soll auf dem Platz in dem Jagdfeld die Jagd beenden, auf dem er die Jagd begonnen hat. Auf keinen Fall darf an dem Feldführer vorbeigeritten werden. Bei Verstößen muss der betreffende Reiter damit rechnen, in ein anderes Feld oder ganz von der Jagd verwiesen zu werden. Der Anstand gebietet es, sich für Fehler unverzüglich zu entschuldigen. Jeder gute Jagdreiter wird in der Erkenntnis der eigenen Unvollkommenheit diese Entschuldigung akzeptieren.
- Wenn ein Pferd verweigert, muss der Sprung so- fort freigegeben werden. Erneutes Anreiten darf erst erfolgen, nachdem das gesamte Feld den Sprung passiert hat. In diesem Fall muß die Überlegung angestellt werden, in ein leichteres Feld zu wechseln.
- Bitte halten Sie soviel Abstand, dass Sie jederzeit in der Lage sind, einem stürzenden Pferd auszuweichen. Reiten Sie deshalb stets versetzt zum Vordermann.
- Dringende Bitte: Achten Sie sorgfältig darauf, nicht in die Hunde zu reiten oder einen Hund anzureiten. Stellen Sie Ihr Pferd mit dem Kopf immer in Richtung der Hunde. Abgesehen davon. dass es sich um unsere treuen Kameraden handelt, ist es eine kostspielige Angelegenheit, denn ein ausgebildeter Hund kostet 2.500 €.
- Sollte eine Notsituation eintreten, teilen Sie diese bitte den eingeteilten an der grünen Binde zu erkennenden Pikeuren mit. Diese werden für eine Hilfestellung sorgen. Die Fanfare "der Ruf nach dem Master [496 KB] " ist der deutliche Hinweis auf einen eingetretenen Nofall. Verhalten sich sich in diesem Fall besonnen und achten Sie auf die Anweisungen der Pikeure.
IV. Nach der Jagd
- Die Brüche sind sofort einzeln in Empfang zu nehmen. Unmittelbar nach beendeter Bruchverteilung stellen sich die Reiter Im Halbkreis um die Hunde. die bei Erklingen der Fanfare "la curee [666 KB] " ihre Curee erhalten. Als Dank für die Hunde ziehen die Reiter ihre Kappe.
- Bitte denken Sie daran, die Sattelgurte am Halaliplatz zu lösen.
- Der Halaliplatz wird erst verlassen, wenn das "Halali [385 KB] " geblasen wurde und der Master die Jagd durch den Ruf "Halali - Halali" beendet hat und mit seiner Meute den Platz als Erstes verläßt!. Niemals wird der Halaliplatz vor der Meute verlassen!
V. Regeln für Zuschauer
- Die Zuschauer werden freundlich gebeten, den Weisungen der Zuschauerführung zu folgen.
- Hunde dürfen nicht mitgebracht werden; gegebenenfalls sind sie im Auto zu lassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihre Hunde von der Meute angegriffen werden.
- An die Meute sollte nicht näher als 10 m herange- treten werden.
- Bitte nicht über die gelegte Strecke laufen, weil ansonsten die Hunde verwirrt werden können.
- Von den Hindernissen mindestens 10 m Abstand halten, weil sonst die Fährte gestört wird und die große Gefahr des Überreitens besteht. Unterschätzen Sie nicht die Gefahr, in die Sie sich in diesem Fall begeben.
- Die Jagd ist eine reine Freiluftveranstaltung und findet im Herbst statt. Also stellen Sie sich bitte kleidungsmäßig auf schlechtes und regnerisches Wetter ein.
- In Isernhagen wird die Jagd traditionell von vielen Zuschauern begleitet. Diese werden auf Anhängern zum Geschehen gefahren. Der Truppenübungsplatz ist für private Fahrzeuge gesperrt! Erscheinen Sie deshalb rechtzeitig, weil ansonsten Ihnen kein Platz auf den Anhängern zugesichert werden kann.
VI. Einige schlechte Erfahrungen..
aus denen wir alle etwas lernen können:
- Die Jagd in Isernhagen ist schnell (bis zu 500 Meter in der Minute), die Hindernisse sind klobig und breit. Es wird deshalb eine hohe sportliche Leistung von Pferd und Reiter abverlangt. Deshalb ist die Jagd für ungeübte Pferde und Reiter sowie für ungepflegtes, brüchiges Sattelzeug nicht geeignet.
- Während der Jagd werden Felder beritten, Gräben überquert und Bäche durchschritten. Bandagen sind deshalb für die Jagd ungeeignet, weil diese sich regelmäßig im Matsch lösen. Gamaschen sind nur dann geeignet, wenn diese das Pferdebein fest umschließen und kein Sand hineindringen kann.
- Unabhängig von der Feldeinteilung wird überall schnell und wendig geritten. Das erfordert einen festen aber geschmeidigen Sitz, der überlicherweise durch die rechtwinklig angelegten Unterschenkel gekennzeichnet wird. Dressursättel sind für die Jagd ebenso ungeeignet wie zu lange Bügel.
- Die Jagd ist kommunikativ, man hat sich lange nicht gesehen und es gibt viel zu erzählen. Aller- dings sollte man die Arbeit der Hunde dadurch respektieren, indem man nach dem Abreiten der Schleppe und dem Ertönen der Fährtenfanfare ruhig ist und die Hunde nicht stört.
- Die Hunde arbeiten hart und verdienen Respekt. Verlassen Sie deshalb niemals den Halaliplatz ohne dass der Master zuvor die Jagd beendet hat.
- Jede Jagd ist ein Fest. Es gibt kein gutes Fest ohne gute Gäste! Gewähren Sie Ihren Gastgebern die Freude, Sie nach der Jagd noch einige Zeit bewirten zu können und seien Sie nachsichtig, wenn nicht alles so läuft, wie es eigentlich geplant war. Die Jagd besteht aus dem Zusammenspiel zwischen Menschen, Hunden und Pferden und ist den Unbillen der Natur unterworfen. Genießen Sie vielmehr das Vorrecht, die Freiheit im Galopp erlebt zu haben!




















